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Soundboard XXXVI/2010/Nº 1 … Tárrega, Albéniz, Debussy und Strawinsky

Die erste Ausgabe von Soundboard des neuen Jahrgangs 2010 ist heraus!

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Francisco Tárrega, dessen Gedenkjahr gerade verstrichen ist (Lebensdaten 1852—1909), wird darin in mehreren Beiträgen gewürdigt.

Walter Aaron Clark schreibt über “Francisco Tárrega, Isaac Albéniz and the Modern Guitar”. Isaac Albéniz ist nicht nur im gleichen Jahr gestorben wie Tárrega (Lebensdaten 1860—1909), die beiden Musiker haben auch darüber hinaus einige Gemeinsamkeiten. In dem Soudboard-Artikel von Clark dreht es sich nun um Transkriptionen, die Tárrega von Klavierstücken seines Freundes Isaac Albéniz angefertigt hat und um die generelle Frage, warum er in so hohem Maße sein Repertoire aus Transkriptionen aufgebaut hat.

Wir wissen, dass erst die Schüler und Nachfolger von Tárrega Stücke bei namhaften Komponisten in Auftrag gegeben haben – der Autor nennt Andrés Segovia und Julian Bream. Er schildert in diesem Zusammenhang eine Geschichte, die ich bisher nicht gehört habe, die aber, wenn sie wahr ist, ein durchaus interessantes Licht auf die Repertoire-Akquisition der damaligen Zeit wirft. Es soll 1975 gewesen sein, dass  Segovia am Abend vor einem Meisterkurs an der North Carolina School of the Performing Arts erzählt habe, Claude Debussy habe Miguel Llobet zu sich nach Paris eingeladen. Er, Debussy, habe angegeben, er  wolle Llobet spielen hören, weil er selbst für Gitarre komponieren und seine Kenntnisse über das Gitarrespiel erweitern wollte. Llobet habe die Einladung nicht angenommen, weil er zu schüchtern war. Segovia, so seine eigene Erzählung, habe Llobet danach gesagt, dafür müsse er in der Hölle schmoren.

Die Geschichte wird noch dadurch ergänzt, dass Strawinsky zu einem Freund gesagt haben soll, er habe sich gewundert, dass Segovia ihn nie gefragt hätte, etzwas für Gitarre zu komponieren. Er, Strawinsky, habe das nämlich durchaus vorgehabt.

Wir alle kennen viele Geschichten, die sich Andrés Segovia und seine Mitbewerber und um die Geschichte der Gitarre ranken. Und wir wissen auch, wie glaubwürdig die meisten davon sind. Den Beweis für die Richtigkeit der Geschichte um Debussy und Strawinsky liefert der Autor Walter Aaron Clark, indem er beteuert, er sei dabei gewesen, als Segovia sie erzählt habe [!].

Wer erwartet, in diesem Artikel tiefschürfende Analysen des Transkriptionswesens bei Tárrega zu finden, fühlt sich enttäuscht. Der Beitrag ist ein biographischer … und wirklich wundert es nicht, denn wir kennen den Autor als Albéniz-Biographen durch seine Buchveröffentlichung “Isaac Albéniz: Portrait of a Romantic”, Oxford u.a. 1999, Oxford University Press, besprochen in Gitarre & Laute ONLINE XXIX/2007/Nº 2, S. 47-48.

Weiter geht es in Soudboard mit “Reflections on 1909″ von Graham Wade. Erneut sind Isaac Albéniz und Francisco Tárrega Thema, weil beide vor hundert Jahren gestorben sind – dazu aber auch Andrés Segovia, der 1909 sein Konzertdebut spielte. Als Gitarrist ist Graham Wade natürlich eher an biographischen Details interessiert, die sich auf die Gitarren-Zukunft der Werke von Albéniz beziehen … daher ist das Konzertdebut von Andrés Segovia für ihn von besonderem Interesse. Hier hat er, Segovia, nämlich “Granada” gespielt.

Weiter geht es mit einem Artikel von Darren O’Neill: “A Survey of Select Nineteenth-Century Chamber Works by Guitarists of the Period”.  Der Hauptteil dieses Beitrags ist eine Liste von Werken, die diese Kriterien zu erfüllen haben:

1. Die Musik muss von hoher Qualität sein … jeder Satz in einer “klassischen” Form [was auch immer das heißt]

2. Die Musik muss “konzertant” sein (melodic writing should be distributed evenly, with careful attention to dynamics and scoring (pizzicatti in the strings, etc.) when the guitar is “playing lead”.

3. Die Musik muss in einer neu gestochenen Ausgabe auf dem Markt sein

4. Die Musik muss schon einmal aufgenommen worden sein.

Über die Liste sollte sich jeder selbst ein Bild machen.

Soundboard XXXVI/2010/Nº 1 enthält weiters Besprechungen von neu erschienenen Noten und CDs, ebenso Berichte über hauptsächlich nordamerikanische Festivals und Wettbewerbe mit vielen Fotos.

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