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Who is Peter Päffgen?

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Wer ich bin?

Ich wurde in Düsseldorf geboren. In Neuss bin ich zur Schule gegangen und dort habe ich Abitur gemacht. Danach Studium in Köln: Musikwissenschaft, Germanistik und Theaterwissenschaft.

Als ich in Köln studierte, stellte ich fest, dass jemand, der Päffgen heißt, nicht wirklich aus Neuss oder Düsseldorf stammen kann. Ich fand heraus, dass meine Vorfahren – auch Vater, Großvater und die Generationen vor ihnen – Kölner waren und zwischen den Weltkriegen am Rhein entlang in Richtung Norden gezogen waren. Wie die Römer vor zweitausend Jahren. Nicht “zo foß” bin ich nach Köln (zurück-) gegangen, sondern ich bin dorthin umgezogen … für deutlich länger, als das Studium dauern sollte.

1977 bestand ich mein Rigorosum zum Dr. phil. Die Dissertation hieß “Laute und Lautenspiel in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts: Beobachtungen zur Bauweise und Spieltechnik” und erschien 1978 im Bosse-Verlag, Regensburg: Kölner Beiträge zur Musikforschung. ISBN 3-7649-2176-5 (zweimal neu aufgelegt, heute vergriffen).

Einmal habe ich mein Studium unterbrochen, und zwar, nachdem mich Michael Schäffer – Schüler von Walter Gerwig und Professor für Laute an der Kölner Musikhochschule – fragte, ob es Sinn machte, über Lautenmusik des 16. Jahrhunderts eine Dissertation zu schreiben ohne selbst Laute zu spielen. Das war überzeugend! Da man an der Musikhochschule nicht als Gasthörer Laute studieren durfte, ließ ich mich an der Universität exmatrikulieren und wechselte zur Musikhochschule. Ab sofort studierte ich Laute. Zusammen mit Tadashi Sasaki, Konrad Junghänel und anderen.

Irgendwann kam während dieses Studiums die Erkenntnis, dass es viel interessante Lautenmusik gab, die nicht verfügbar war – es sei denn als Mikrofilme oder Kopien. Die großen Faksimile-Verlage wie Minkoff bemühten sich, aber das Repertoire ist bekanntlich sehr umfangreich. Es entstand ein Verlag, der sich “GbR Junghänel-Päffgen-Schäffer” nannte, und der sich zunächst der Musik in deutscher Lautentabulatur annehmen wollte. Der Reihentitel hieß: Institutio pro arte testudinis. Es entstanden Faksimile-Nachdrucke der Tabulaturbücher von Hans Newsidler, Jacques Bittner, Jean Baptiste Besard, Georg Leopold Fuhrmann.

Das Jahr1979_1 1978 war ein hoffnungsvolles und doch tragisches. Ich bereitete die erste Ausgabe meiner Zeitschrift Gitarre & Laute vor, die ich seitdem herausgebe. Und diese erste Ausgabe enthielt zwei Nachrufe auf Michael Schäffer, der am 7. September im Alter von vierzig Jahren verstorben war. Vorher, als er an Krebs erkrankt war und nicht mehr an der Hochschule unterrichtete, war ich zurück zur Uni gegangen und hatte mein Universitätsstudium in der Zwischenzeit beendet.


Die erste Ausgabe von Gitarre & Laute (I/1979, Heft 1) erschien im Herbst/Winter 1978/1979. Danach kamen alle zwei Monate Hefte heraus – mehr als 25 Jahre lang. Ich wurde zum Teil der internationalen Gitarrenszene und bereiste die Gitarrenwelt. In Okayama (Japan) saß ich ebenso in der Jury eines Gitarrenwettbewerbs wie in Caracas (Venezuela) oder Alessandria (Italien), Kutna Hora (Tschechische Republik) und Tychy (Polen) oder Bath (England). Ich hielt Vorträge auf Veranstaltungen in den USA, in Japan und vielen europäischen Ländern. Gitarre & Laute erscheint heute als Online-Zeitschrift und ist hier als PDF im Download und als ePaper einzusehen.

Concerto
Eine zweite Zeitschrift habe ich ersonnen und herausgebracht: Concerto – das Magazin für Alte Musik. Zwischen 1983 und 1986 erschien sie in meinem Verlag und unter meiner Herausgeberschaft, danach habe ich sie verkauft, weil zwei Zeitschriften und eine Reihe anderer Veröffentlichungen die Möglichkeiten meines kleinen Unternehmens überstiegen. Als ich Concerto gründete, waren Wissenschaftler und Musiker dabei, die aufführungspraktischen Gegebenheiten älterer Musik zu erforschen und praktisch umzusetzen. Ihre Erkenntnisse sind in die Musikpraxis eingeflossen und haben wesentliche Veränderungen heraufbeschworen, die inzwischen zur Selbstverständlichkeit geworden sind … so, dass man sich kaum noch vorstellen kann, dass jemals anders musiziert worden ist. Concerto war (und ist) dabei, sprach mit Gustav Leonhardt, Nikolaus Harnoncourt oder Reinhard Goebel und vielen anderen. Concerto kommt, wenn auch in weitaus schlankerer Form als zu meiner Zeit, heute wieder in Köln heraus.

Buch_deutsch
1988 erschien die erste Auflage meines Buches Die Gitarre – Grundzüge ihrer Entwicklung im Verlag Schott in Mainz, knapp 230 Seiten über die Geschichte von Gitarre und Gitarrenmusik mit vielen Abbildungen und Notenbeispielen. 1997 erschien der Titel in unveränderter Form in japanischer Sprache bei Gendai-Guitar in Tokyo und 2003 auf Kroatisch bei Music Play in Zagreb. Weitere Übersetzungen sind in Vorbereitung. Seit 2002 ist eine überarbeitete und (um ein weiteres Textkapitel und eine CD) erweiterte zweite Neuauflage im Handel. Die Presse urteilte über das Buch so.

In der Zwischenzeit erschienen verschiedene Artikel für die neue “MGG” aus meiner “Feder”. Hunderte von CDs habe ich besprochen, zig Bücher und Notenausgaben, über zahllose Festivals und Wettbewerbe habe ich berichtet. Viele Künstler habe ich kommen und gehen gesehen, mit vielen bin ich befreundet. Etliche Veranstaltungsreihen entstanden – mit großem Engagement geplant und realisiert – viele verschwanden leider wieder. Gleich mehrere Buchprojekte sind jetzt in Arbeit, über die aber erst berichtet wird, wenn sie im Handel sind. Eines kann man verraten: Es dreht sich nicht um Gitarre oder Laute … nicht einmal um Musik.

Mich erreichen Sie hier. Sollten Sie Fragen haben, Anregungen, Wünsche oder sogar Kritik, schreiben Sie mir!