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Wolfgang Amadeus Mozart,

Ouvertüre zu “La Clemenza di Tito”, für zwei Gitarren eingerichtet von Mauro Giuliani, erschienen in Gitarre & Laute ONLINE XXX/2008/Nº 1

Quellen
Erstausgabe: OVERTURA / dell’Opera / La Clemenza di Tito / di Mozart / ridotta per due Chitarre / da / Mauro Giuliani … Wien, ARTARIA & Comp., PN 2237
[Diese Ausgabe ist am 22. April 1812 angezeigt worden].
Exemplare: A-Wn (Signatur Mc 13936). Dieses Exemplar befindet sich heute unter der gleichen Signatur in der Wienbibliothek im Rathaus, Wien (RISM-Sigel: A-Wst) und
US-California State University, Northridge (Signatur 2,452 International Guitar Research Archive). Diese Ausgabe ist im gedruckten Katalog von 1991 aufgelistet, nicht aber im Online-Katalog unter
http://library.csun.edu/igra/vol1/giuliani1.html. Bei Heck ist nur A-Wn verzeichnet.]

Spätere Ausgabe
OUVERTURE / de la / Clémence de Titus / MUSIQUE / DE MOZART / ARRANGÈE / Pour Deux Guitares / PAR / M.GIULIANI … Paris, Richault, PN 1674 R.
[Verzeichnet bei Heck1995 S. 220, nicht bei Heck1970. Heck datiert die Ausgabe als "prior to 1828", Jeffery mit "from about the late 1820s". Faksimile bei Jeffery, Bd. XXIII]
Exemplare: DK-Kk. Dieses Exemplar wurde für die Faksimileausgabe verwendet und ist als pdf verfügbar. Die gesamte Sammlung Boije der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen ist im Internet einsehbar: Boije-Sammlung.

Literatur
Heck1970: Thomas F. Heck, the Birth of the Classic Guitar and its Cultivation in Vienna, reflected in the Career and Compositions of Mauro Giuliani (d. 1829), Diss, New Haven 1970
Heck1995: Thomas F. Heck, Virtuoso Guitarist and Composer, Columbus/OHIO 1995
Jeffery: Mauro Giuliani, The Complete Works in Facsimiles of the Original Editions edited by Brian Jeffery, London 1986
Purcell: Ronald C. Purcell und Darien S. Mann, Guitar Music Collection of Vadah Olcott-Bickford Vol. I, Northridge 1991

Kritischer Bericht
Wie Brian Jeffery schreibt, ist die spätere Richault-Ausgabe (RICH) “almost certainly copied from the Artaria edition (ART) and identical in most notational details”. Bis hin zum Zeilenfall und zu den Wendestellen, sind die Ausgaben tatsächlich beinahe identisch und sogar ein paar schwerere Fehler in ART sind von dem Stecher bei Richault übernommen worden (s.u.). Durchgehend werden für Staccati bei ART Punkte unter oder über den Notenköpfen verwendet und bei RICH Keile. In der vorliegenden Neuausgabe wurden der besseren Lesbarkeit wegen Keile verwendet. Andere Stichgewohnhteiten sind, dass ART fmo notiert, wenn RICH FF für ff (fortissimo) schreibt. Auf solche Unterschiede wird nicht besonders verwiesen. Sie sind auch nicht durchgängig zu beobachten, wenn man ART mit anderen Ausgaben aus dem gleichen Verlagshaus vergleicht. Dies scheinen Stechergewohnheiten gewesen zu sein, die nicht einem “Hausstil” verpflichtet sind, wie man das heute vermuten würde.

Unterschiede zwischen RICH und ART/Stichfehler

Beide Ausgaben (RICH und ART) sind in Stimmen veröffentlicht, hier habe ich mich zur Partitur entschieden, weil sie die einzige Veröffentlichungsform ist, die bei Abdruck in einer Zeitschrift Sinn macht. Eine Ausgabe in Prtitur und Stimmen ist (unter Umständen) in Vorbereitung. Hierzu: info@peter-paeffgen.eu

T6/zweite Gitarre: RICH und ART notieren im ersten Schlag fälschlicherweise, obere Note “e” statt “g”.
T6/zweite Gitarre: RICH und ART notieren auf der letzten 1/16 einen Akzent. Deleatur.
T 23/zweite Gitarre: letzte Note d” in beiden Quellen. Wurde in NA korrigiert.
T 40/erste Gitarre: Das a” ist ein Stichfehler, in ART nicht vorhanden, in der NA getilgt. Abb: T 40 in RICH.

Mozart-KRIBER-1

T 45/erste Gitarre: Das g” in der Oberstimme (letztes 1/4 als 1/8 + 1/8 Pause) ist in beiden Quellen 1/4. Dem allgemeinen Duktus entsprechend korrigiert.
T. 55/erste Gitarre: Die Verzierungsnote f’ hat in beiden Quellen fälschlicherweise kein Auflösungszeichen.
T62/zweite Gitarre: letzte Note in beiden Quellen: h”.
T 82/erste Gitarre: Das # in der Oberstimme steht in beiden Quellen auf der letzten 1/16 und ist, dem allgemeinen Duktus folgend, um zwei Sechzehntel vorgerückt worden.
T 96 (erster Schlag)/erste Gitarre: Beide Quellen geben hier c”’ vor, während die Partitur h ausweist. (Brian Jeffery hat auf diese fehlende Übereinstimung hingewiesen. Verbindlicher Dank!)
T100/zweite Gitafrre: dritte Note in RT und RICH c’. in Db korrigiert.
T163/zweite Gitarre: Erster Schlag f in beiden Quellen musste in f# korrigiert werden.
103/104/erste Gitarre: Hier ist der Bass in beiden Quellen jeweils als 4 1/4 Noten ausgeschrieben. Es kann kein Zweifel daran herrschen, dass es sich hier um jeweils 8 1/8 handeln muss, wenn man die Stelle mit anderen in der gleichen Bearbeitung vergleicht.
T104/erste Gitarre: Nach Takt 104 fehlen in beiden Quellen (ART und RICH) 4 Takte. Dies ist der gravierendste Fehler in ART, der in der späteren Version von Richault nicht korrigiert worden ist. Jeffery macht don Vorschlag, die fehlenden Takte durch Takte 49-52 zu ersetzen. Da es sich tatsächlich dabei um ähnliches Material handelt, ist in der NA nach dem Vorschlag Jefferys verfahren worden. Abbildung: TT 102 ff aus ART.

Mozart-KRIBER-2

T141/erste Gitarre: unter den letzten vier 1/16 Noten ist ein Bindebogen ergänzt worden. Er fehlt in beiden Quellen.
TT148 und 149: Die jeweils letzten Noten im Bass (G#) müssen E sein. Vgl. Takte 18 und 19. In beiden Quellen steht “G#”.